Ein Speakerslot auf der INMA European Media Conference führte mich letzte Woche nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands.

Im Rahmen eines Impulsvortrages durfte ich meine Überlegungen erläutern, weshalb sich auch die Distribution von Medieninhalten durch den Paradigmenwechsel verändert und die Bedeutung übergreifender Medienplattformen vermutlich steigen wird.

Zusammengefasst verkürzt sich die Wertschöpfungskette, die klassische Distribution wird stark vereinfacht, fällt nahezu weg. Gleichzeitig sind die Nutzer zunehmend offen für innovative, individuelle Konsumangebote von Content. Flipboard und Buzzfeed sind dabei nur die prominentesten Beispiele. Daher können sich Anbieter mit übergreifendem Content nun auf dieses Feld spezialisieren ohne sich um die Contenterstellung kümmern zu müssen – vorausgesetzt die Verlage geben ihre Inhalte frei. Vermutlich wird dies jedoch nur eine Frage der Zeit und des Veränderungsdrucks sein.

Der gesamte Vortrag ist sowohl als Video

 

und als Präsentation auf Slideshare verfügbar.

Mein persönliches Fazit: Das waren spannende Tage in Estonia – ein tolles Land mit einer freundlichen, hanseatischen, internationalen Kultur. Auffallend ist der geschmackvolle, harmonische Stil, sichtbar in den zahlreichen Bars und Restaurants, den Gebäuden und Parks bis zur Mode. Die alten Sowjetgebäude stellen einen deutlichen aber authentischen Kontrast dar. Überall wird problemlos und gut englisch gesprochen, WiFi ist selbstverständlich und das Essen selbst in einer einfachen Kneipe hervorragend.

Auf und neben der Konferenz durfte ich viele interessante Menschen kennenlernen, an inspirierenden Vorträgen und Gesprächen teilhaben sowie nutzvolle Insights einer sich weltweit grundlegend verändernden Branche gewinnen. Man spürt einerseits und verständlicherweise die Unsicherheit, jedoch sehr deutlich auch den Willen und die Offenheit für Veränderung.

Auf alle Vorträge einzugehen würde den Rahmen sprengen. Hinweisen möchte ich allerdings auf eine sehr umfangreiche, internationale Studie zum digitalen Konsumverhalten der Nutzer von Reuters Institute for the Study of Journalism, vorgestellt von Nic Newman. Sie belegt noch einmal wie gravierend die bevorstehenden Veränderungen sein werden und wie unterschiedlich sich die regionalen Märkte teilweise entwickeln.

Die Situation mal wieder auf den Punkt gebracht, hat der Executive Director and CEO der INMA, Earl J. Wilkinson. Hauptbotschaft: Hört auf zu reden, macht! Und belegte dies mit Erkenntnissen seiner Reisen in alle Teile dieser Welt. Weitere sehr spannende Erkenntnisse dazu im Conference Blog.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: enEnglisch